Von Menschen – für Menschen

| KEB Frankfurt

KEB FRANKFURT UND LEBENSHILFE FRANKFURT KOOPERIEREN SEIT FÜNF JAHREN: INKLUSIVE SOCIAL-MEDIA-REDAKTION STARTET JETZT

Stabil ist die Zusammenarbeit. Stabil – das bedeutet heute viel mehr als zuverlässig und widerstandsfähig. Stabil heißt auch: cool, lässig und einfach gut! Seit fünf Jahren läuft die in diesem Sinne absolut stabile Zusammenarbeit von Katholischer Erwachsenenbildung Frankfurt (KEB) und Lebenshilfe Frankfurt. Für Maria Hauf (Lebenshilfe) und Dr. Markus Breuer (KEB) Grund genug, auf das Erreichte zu schauen und Lust auf Neues zu machen.

Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen der KEB Frankfurt und der Lebenshilfe Frankfurt im Bereich der Angebote für Menschen mit Behinderung in den vergangenen fünf Jahren entwickelt?

Maria Hauf: Im Jahr 2019 habe ich ein Projekt geleitet, das inklusive Bildungsangebote in Frankfurt etablieren sollte. Ich wollte mit Expert*innen der Erwachsenenbildung zusammenarbeiten. Die KEB Frankfurt hat auf meine Anfrage prompt reagiert und es hat gleich gepasst, weil wir die gleichen Ziele haben: von Menschen, mit Menschen, für Menschen zu arbeiten. So ist das ins Rollen gekommen und jetzt klappt das seit genau fünf Jahren erfolgreich.
Unser Konzept klingt simpel und ist doch eine gewisse Revolution für die inklusive Arbeit mit Menschen mit Behinderung: Wir wollen die Bildungsangebote für Erwachsene nämlich nicht in Einrichtungen der Eingliederungshilfe stattfinden lassen. Seit Beginn der Kooperation gehen wir raus aus dem üblichen Umfeld, aus den Wohnheimen und den Hilfseinrichtungen. Die Teilnehmenden sollen dahin, wo auch andere Erwachsene ohne offensichtliche Behinderungen sich weiterbilden. Erst, wenn wir außerhalb von Wohnheimen und innerhalb der Stadtgesellschaft auf Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen und Einschränkungen treffen, erleben wir echte Inklusion! Es entstehen Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst nicht treffen würden. Das ist so wichtig für ein echtes Miteinander, für Verständnis und Toleranz. Außerdem beobachten wir, dass die Teilnehmenden sich Schritt für Schritt den öffentlichen Raum erobern und genau das gehört zu einem selbständigen Erwachsenenleben. Das wollen wir fördern und weiter dazu ermutigen und befähigen.

Markus Breuer: Dazu gehört auch, dass unsere Angebote trägerübergreifend sind. Wir bewerben die Angebote durch Multiplikator*innen auch außerhalb der Lebenshilfe Frankfurt bei anderen Trägern, wie beispielsweise den Praunheimer Werkstätten.
Außerdem kommt es zu lebhaften Begegnungen bei unseren Tischparlamenten. Das ist eine niedrigschwellige Veranstaltungsreihe, die einen einfachen Zugang zur Kommunalpolitik bietet. Hier sind die Teilnehmenden im Austausch und Gespräch mit Kommunalpolitiker*innen. Das ist oft für beide Seiten neu – aber für beide gleichermaßen bereichernd. Gerade die Politiker*innen nehmen davon immens viel mit.

Welche neuen Angebote haben Sie gemeinsam entwickelt und wie wurden diese von den Zielgruppen angenommen?

Markus Breuer: In den vergangenen fünf Jahren haben wir unterschiedlichste Themenschwerpunkte gemeinsam in unseren Angeboten etablieren können. Da ist zum einen alles rund um Nachhaltigkeitsthemen und Umweltbildung zu nennen. Wir achten immer darauf, dass es wirklich praxisorientiert bleibt: beispielsweise haben wir Besuche auf dem Wochenmarkt unternommen. Für uns steht bei allen Angeboten immer im Mittelpunkt, dass die Teilnehmenden direkt einen spürbaren Mehrwert haben und etwas in ihr tägliches Leben mitnehmen können.
Weiterer Schwerpunkte der Zusammenarbeit von KEB und Lebenshilfe in Frankfurt sind die politische Bildung und alles, was man im weitesten Sinne unter dem Stichwort „Digitales“ zusammenfassen kann.
Über die Caritas-Stiftung konnten wir mit Fördermitteln Tablets anschaffen. So haben wir zunächst mit Tablet-Kursen begonnen und die Nutzung verschiedener Programme ermöglicht. Darüber konnten wir dann weiter in Social Media einsteigen. Wir haben über Vor- und Nachteile der Plattformen informiert und auf Fallstricke und Gefahren im Internet hingewiesen: Wie ist der richtige Umgang mit Hatespeech – oder wie nutze ich welche Apps und Kanäle? Dies sind da nur ein paar der Beispiele, die ich hier nennen möchte.
Aus den praktischen Tablet-Kursen ist hat sich ein festes Angebot von rund vier Kurseinheiten  im Halbjahr ergeben, in dem wir unterschiedliche Digitalthemen vermitteln. Unsere Erfahrungen haben wir auch in eine Info-Broschüre einfließen lassen. "Soziale Medien sicher nutzen - Facebook, Instagram, YouTube und andere Apps" ist der Titel. Die Broschüre wurde in Einfacher Sprache entwickelt und richtet sich insbesondere an jene, die die gerade Deutsch lernen oder normale deutsche Texte zu schwierig finden. Die Einfache Sprache hilft dabei, wichtige Informationen schnell zu erfassen und zu verstehen. 

Maria Hauf: Daher profitieren letztlich alle von den gesammelten und kompakten Informationen, die sich einen schnellen Überblick über die Nutzung von sozialen Medien verschaffen möchten. Eine ähnliche Broschüre wird es bald auch zum Thema „Politische Bildung“ geben. Sie geht gerade in Druck.

Welche zukünftigen Projekte oder Initiativen planen Sie gemeinsam, um das Angebot für Menschen mit Behinderung weiter zu verbessern und auszubauen?

Maria Hauf: Wir werden gemeinsam mit unserer Dozentin für Digitales eine inklusive Social Media Redaktion aufbauen. Das Angebot beinhaltet zunächst die Schulung der Teilnehmenden und schließlich auch deren Begleitung. Themen sind da beispielsweise: welche Datenschutz-Regeln sind zu beachten, welche technischen Formate sind einzuhalten, und Ähnliches. Es wird auch um die Inhalte gehen, „Content-Creation“, wie man es nennt. Was sind aktuelle Trends, wie bereitet man die zielgruppengerecht auf und wie gestaltet man das inhaltlich korrekt und optisch attraktiv. Da werden die Teilnehmenden dann auch das Arbeiten mit dem Online-Tool Canva üben. Nach dieser Anfangsphase wird die Social Media Redaktion auch Redaktionssitzungen haben und gemeinsam Veranstaltungen besuchen, um darüber zu berichten. Einmal monatlich erstellt diese Social Media Redaktion dann einen Instagram-Beitrag für die Lebenshilfe und die KEB Frankfurt. Das Ganze startet jetzt im April 2024.

Markus Breuer: Unser Fokus ist eben immer: was haben unsere Teilnehmenden davon? Bildungserfolg ist ja vielfältig. Da geht es nicht nur um bloße Anhäufung von Wissen und Fähigkeiten, sondern beispielsweise auch um die Schärfung der Wahrnehmung der sogenannten „Normalos“. Und wenn die in Social Media den Teilnehmenden unserer Angebote begegnen, können wieder neue Kontakte und Berührungspunkte entstehen. So klappt Inklusion!

 

Die Broschüre "Politik in Frankfurt - einfach erklärt" gibt es hier zum Download. Bald auch als gedruckte Version, erhältlich bei der .


Die Instagram-Accounts der Kooperationspartner erreichen Sie hier - der Klick leitet Sie weiter zu Instagram:

https://www.instagram.com/keb_klartext.bildung/
https://www.instagram.com/lebenshilfe.frankfurt/

 

Annette Krumpholz
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Broschürentitelseite
Geht jetzt in den Druck: die neue Broschüre in einfacher Sprache über Politik in Frankfurt. ©KEB Frankfurt und Lebenshilfe Frankfurt
Menschen auf roten Stühlen. Sie lachen.
Die Veranstaltungen der Lebenshilfe Frankfurt im Haus am Dom versprechen immer viel Spaß. ©Anna Meuer
Eine Gruppe von menschen steht. Im Vordergrund sitz ein Mann in einem Rollstuhl. Neben ihm hockt ein weiterer Mann. Alle lächeln.
Auch der heutige Oberbürgermeister Mike Josef war 2022 als damaliger Sportdezernent beim Tischparlament der Lebenshilfe Frankfurt. ©Lebenshilfe Frankfurt

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